Bibliotheken – ein Auslaufmodell?

Früher waren Bibliotheken Zentren des gesellschaftlichen Zusammenkommens, der Bildung und der Wissenschaft. Bibliotheken waren essentielle Bausteine der Kultur. Man denke nur an die berühmte Bibliothek von Alexandria. Wie die Menschheit sich wohl entwickelt hätte, wäre dieses Zentrum von Kunst, Kultur und Wissenschaft mit all ihren unwiederbringlichen Schätzen in der Antike nicht zerstört wurden.

ebooksAuch heute spielen Bibliotheken noch eine wichtige Rolle. Die Betonung liegt (vielleicht) auf noch, denn der Bibliothekssektor sieht sich (wie der gesamte Kultursektor) den Herausforderungen des digitalen Wandels gegenüber. Streamingportale und digitale E-book oder E-Journal-Libraries scheinen die physische Bibliothek mit einem Gebäude, Büchern und Regalen wie wir sie heute kennen zu einem Auslaufmodell zu machen. Vor allem auf dem Wissenschafts- und Hochschulsektor ist elektronisches Publizieren inzwischen die allgemeine Praxis. Manche Zeitschriften oder Publikationen erscheinen erst gar nicht mehr in gedruckter Version. Portale und Anbieter wie JSTOR oder die Naxos Music Library lassen alte physische Bestände antiquiert erscheinen. Im Bereich der öffentlichen Bibliotheken geht dieser Wandel vielleicht langsamer vonstatten. Aber auch hier versuchen die Bibliotheken immer mehr digitale Angebote zu integrieren.

Werden die Bibliotheken wie wir sie heute kennen also aussterben und durch rein digitale Angebote ersetzt? Diese Frage lässt sich im Moment noch nicht sicher beantworten. Es sieht danach aus als könnte sich das physische Buch gegen die digitale Konkurrenz aus E-Books behaupten. In einigen Ländern zeigen Studien, dass die Verkäufe in Buchläden nicht rückläufig sind. Gleiches könnte also für die Bibliotheken gelten. Dennoch muss sich der Bibliothekssektor mit dem digitalen Wandel befassen und an ihm teilnehmen um nicht von ihm verschluckt zu werden.

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