Alle Jahre wieder Jan29

Alle Jahre wieder

Sie sind Institutionen unseres kulturellen Lebens, auch wenn wir sie vielleicht als diese wahrnehmen. Doch was wäre Weihnachten ohne Loriots “Weihnachten bei Hoppenstedts”, “Drei Haselnüsse für Aschenbrödel” oder auch “Der kleine Lord”. Diese Liste lässt sich leicht fortsetzen. Wie wäre es z.B. mit Silvester ohne “Dinner for one” oder der 9. Symphonie von Beethoven.   Diese Fernsehsendungen sind inzwischen für viele fast ebenso selbstverständlich wie Glühwein am Weihnachtsmarkt oder das sommerliche Grillen im Garten. Sie gehören fest zu unserem Leben und zu unserem alljährlichen Alltag. Entsprechend groß wäre daher wohl der Aufschrei, wenn diese Sendungen ersetzt würden, durch modernere Pendants, die nach Ansicht der Vordenker des öffentlich-rechtlichen Fernsehens eher die attraktive jüngere Zielgruppe ansprechen. DSDS statt Beethoven, Circus Halligalli statt Loriot und Siegfried mit Tom Gerhardt statt Aschenbrödel. Kulturelle Erneuerung ist wichtig, damit wir nicht ewig an verkrusteten alten Strukturen festhängen. Allerdings hat das öffentliche Fernsehen in dieser Hinsicht in den letzten Jahren nicht immer ein glückliches Händchen gehabt siehe das lange Festhalten an Wetten, dass und die fragwürdige Modernisierung des Musikantenstadls. Es bleibt zu hoffen, dass uns die Klassiker vom Anfang dieses Posts noch lange erhalten bleiben und vielleicht mit den Jahren durch neue und frische Formate ergänzt werden, die dennoch das Zeug dazu haben, dass wir uns alle Jahre wieder auf sie freuen und sagen können: “Was wäre [….]...

Bibliotheken – ein Auslaufmodell? Nov01

Bibliotheken – ein Auslaufmodell?...

Früher waren Bibliotheken Zentren des gesellschaftlichen Zusammenkommens, der Bildung und der Wissenschaft. Bibliotheken waren essentielle Bausteine der Kultur. Man denke nur an die berühmte Bibliothek von Alexandria. Wie die Menschheit sich wohl entwickelt hätte, wäre dieses Zentrum von Kunst, Kultur und Wissenschaft mit all ihren unwiederbringlichen Schätzen in der Antike nicht zerstört wurden. Auch heute spielen Bibliotheken noch eine wichtige Rolle. Die Betonung liegt (vielleicht) auf noch, denn der Bibliothekssektor sieht sich (wie der gesamte Kultursektor) den Herausforderungen des digitalen Wandels gegenüber. Streamingportale und digitale E-book oder E-Journal-Libraries scheinen die physische Bibliothek mit einem Gebäude, Büchern und Regalen wie wir sie heute kennen zu einem Auslaufmodell zu machen. Vor allem auf dem Wissenschafts- und Hochschulsektor ist elektronisches Publizieren inzwischen die allgemeine Praxis. Manche Zeitschriften oder Publikationen erscheinen erst gar nicht mehr in gedruckter Version. Portale und Anbieter wie JSTOR oder die Naxos Music Library lassen alte physische Bestände antiquiert erscheinen. Im Bereich der öffentlichen Bibliotheken geht dieser Wandel vielleicht langsamer vonstatten. Aber auch hier versuchen die Bibliotheken immer mehr digitale Angebote zu integrieren. Werden die Bibliotheken wie wir sie heute kennen also aussterben und durch rein digitale Angebote ersetzt? Diese Frage lässt sich im Moment noch nicht sicher beantworten. Es sieht danach aus als könnte sich das physische Buch gegen die digitale Konkurrenz aus E-Books behaupten. In einigen Ländern zeigen Studien, dass die Verkäufe in Buchläden nicht rückläufig sind. Gleiches könnte also für die Bibliotheken gelten. Dennoch muss sich der Bibliothekssektor mit dem digitalen Wandel befassen und an ihm teilnehmen um nicht von ihm verschluckt zu...

Die Flüchtlingskrise – Bedrohung der westlichen Werte oder einmalige Chance Sep06

Die Flüchtlingskrise – Bedrohung der westlichen Werte oder einmalige Chance...

  Die letzten Wochen und Monate war die Flüchtlingskrise nach Europa das allbeherrschende Thema in den Medien sowie in der Politik. Auch die Gesellschaft ist in allen ihren Facetten (guten und weniger guten) involviert, wenn hilfsbereite Bürger, dem Prinzip der Nächstenliebe folgend uneigennützig helfen, oder “besorgte” Bürger, ihren Sorgen und ihrem Ärger oft in fragwürdiger Weise Luft machen. Dabei ist es egal ob wir von Flüchtlingen, Refugees, Asylanten oder Emigranten sprechen. Es sind Menschen, die zu uns kommen und von dieser Tatsache, lenken die soeben genannten Begrifflichkeiten nur allzu leicht ab und als solche sollten sie auch behandelt werden. Es wird Zeit, dass die Gesellschaft und die Politiker Europas nicht nur die Belastungen und Kosten sehen, sondern ebenso die einmaligen Chancen, die sich in dieser Situation bieten können. Oft wird argumentiert, dass die christlich-aufgeklärten Werte unserer westlichen Gesellschaft, durch die vorwiegend muslimischen Einwanderer gefährdet ist. Einige prophezeien gar den Untergang der Kultur des Abendlandes. Anstatt jedoch Schreckensszenarien an die Wand zu malen, sollten wir uns der Stärke unserer über Jahrhunderte gewachsenen gesellschaftlichen Strukturen und unserer Kultur besinnen. Es ist möglich, dass einige Dinge sich in den nächsten Jahren ändern werden. Jedoch waren Wandel und Veränderung seit jeher ein grundsätzliches Merkmal jeder Gesellschaft und Kultur. Daher sollten wir die Chance ergreifen an diesem Wandel aktiv mitzuwirken und die Werte die uns wichtig sind neuen potentiellen Mitbürgern zu vermitteln, sie mit daran teilhaben zu lassen, anstatt neue Mauern aufzubauen. Durch Rückkehrer in ihre Heimatländer, haben wir somit vielleicht die Chance auch den Wandel in den Krisenregionen der heutigen Zeit ebenfalls in Gang zu...

Den Horizont erweitern May02

Den Horizont erweitern...

Seinen kulturellen Horizont erweitern, neue Welten, Lebensweisen und Kulturen kennnelernen. Was gibt es besseres um dieses Ziel zu erreichen als zu Reisen. In unserer globalisierten und vernetzten Welt ist es inzwischen keine Kunst mehr, viele tausend Kilometer zu anderen Orten zurückzulegen, wie es es vielleicht noch vor 100 Jahren war. Heute steigen wir in den Zug oder in das Flugzeug und im Laufe von (im schlimmsten Fall) einem Tag sind wir am anderen Ende der Welt. Was früher exotisch und fern schien ist uns heute ganz nah, aber deswegen noch lange nicht bekannt. Man kann nur alle Menschen ermutigen die Möglichkeiten des Reisens wahrzunehmen, damit unsere Welt und die Menschen darin noch näher zusammenrücken. Inzwischen gibt es zahlreiche Angebote zu speziellen Kulturreisen. Auch wenn man ein wenig Freiheit dabei abgibt, kann es sehr ratsam sein ein fertiges Reisepaket zu buchen, da die Einreisebestimmung und auch die Verhältnisse im Reiseland manchmal für den Laien nicht so einfach zu Überblicken sind. Dafür erhält man ein entspanntes Reiseerlebnis und kann die neuen kulturellen Eindrücke ganz auf sich wirken lassen, das Fremde kennen und verstehen lernen. Vielleicht kann dies helfen, die Probleme von Einwanderern im eigenen Land besser zu verstehen, helfen die kulturellen Gegensätze zu begreifen und zu überbrücken. Das Ziel kann nicht Uniformität sein sondern ein friedliches Miteinander der verschiedenen Kulturen. Für das nötige Reisebudget kann ein kurzfristiger xpresskredit helfen. Danach heißt einfach nur noch: Koffer packen. Die Welt, fremde Kulturen und sich selbst neu...

Kulturgut Gartenzwerge Dec18

Kulturgut Gartenzwerge...

Seit August Heissner 1872 in Thüringen die Manufaktur für Keramikzwerge gründete, haben die kleinen Figuren die Vorgärten in Deutschland kontinuierlich erobert. Seitdem gibt es mehr als 25 Millionen der kleinen Figuren in Deutschlands Schrebergärten. Sie gelten als eine der top zehn Wahrzeichen der Deutschen. Ursprünglich wurden die kleinen Figuren nur als Gartenhelfer angeboten. Heute kann man sie mit nackten Hintern oder einem Messer im Rücken in vielen Vorgärten finden. Die deutschen nehmen sie so ernst, dass sie sogar für die kleinen Figuren vor Gericht ziehen. Der kleine Gartenzwerg mit dem Stinkefinger in Richtung Nachbarsgarten hat schon Gerichtsprozesse über mehrere Jahre lang provoziert. Gerichte berichteten schon von Ton gewordener Provokation in den Gerichtssälen. Wer mir nicht glaubt, kann gerne im Verein zur Aufrechterhaltung und Förderung der Kultur der Gartenzwerge nachfragen. Er wird in Gmünd von Herrn Alfred Schorli geleitet. Wenn man jetzt nicht von der Wichtigkeit der kleinen Figuren überzeugt ist, kann man im osthessischen Eichenzell bei Fulda die Ausstellung Gartenzwerge – Kitsch oder Kunst besuchen. In dem Badehaus des Schlosses Fasanerie werden mehr als 30 Gartenzwerge ausgestellt. Der Gartenzwerg hat aber nicht nur Deutschlands Gärten in Beschlag genommen, auch in deutschen Büros findet er neuerdings Zugang. Mit Handy, im Anzug oder mit anderen Bürotätigkeiten beschäftigt hat er Deutschlands Schreibtische schon lange erobert. In Frankreich baut sich im Moment eine große Opposition für die deutschen Gartenzwerge auf. Um sich von ihren deutschen Brüdern abzugrenzen, tragen Sie die oppositionelle weiße Zipfelmütze anstatt der traditionellen Roten. Man kann also in nächster Zeit mit Konflikten an der Gartenzwergfront rechnen. Auch wird viel Ärger von der in Frankreich gegründeten Bewegung “Front der Befreiung der Gartenzwerge” erwartet. Sie haben sich zum Ziel gesetzt die kleinen Gartenhelfer aus ihrer Gefangenschaft zu befreien und sie wieder in ihren natürlichen Lebensraum in der...

Deutsche Fernsehkultur wird nach Asien exportiert! Nov05

Deutsche Fernsehkultur wird nach Asien exportiert!...

Dass die Kultur äußerst zahlreiche Facetten entwickeln kann, wissen wir ja schon seit einiger Zeit. Im Goethe-Institut wird jetzt unter dem Kultur und Entwicklungsprogramm eine besondere Kulturform nach Asien vermittelt. Laut dem Goethe-Institut wurden in Südostasien vor allen Dingen unsinnige Zeichentrickserien aus fernen Ländern gezeigt. Informationssendungen für Kinder wie Löwenzahn & Co. gab es vorher nicht. Man beschränkte sich bis dahin nur auf Lachen, tanzen und singen. Vor einem Jahr ging dann die geförderte Sendereihe “ich hab’s kapiert” an den Start. Der Erfolg ist laut dem Goethe-Institut sehr groß. Damit wäre dann das deutsche Fernsehverhalten endgültig als Kulturgut anerkannt. Laut dem Goethe-Institut in Bangkok sind Medien ein Teil des Kulturlebens. Die Aktion wurde direkt mit 110.000 € unterstützt und man gibt Unterstützung für Filmproduzenten aus weiteren asiatischen Ländern. Während man in Deutschland versucht Kinder besonders aus sozial schwachen Familien von dem Fernseher los zu bekommen, unterstützt man in Asien Kindersendungen zu produzieren. Der Vorsatz Filmemacher zu unterstützen um lehrreiche Kinderprogramme zu erstellen, mag sicher positiv sein. Muss man sich nicht die Frage stellen ob Fernsehen ein wertvolles Kulturgut ist, das es gilt zu unterstützen? Oder hat man aufgegeben andere Möglichkeiten zu finden um Kindern in ihrer Freizeit wertvolle und lehrreiche Informationen zu vermitteln. Als Informationsmedium ist das Fernsehen sicher das weltweit anerkannteste. Auch für die Werbeindustrie dürfte dieses Medium das wichtigste sein. Ist es aber wünschenswert besonders bei Kindern den Gebrauch von diesem Medium zu unterstützen? Wer setzt die Prioritäten für die Projekte bei denen deutsche Steuergelder ausgegeben werden? In vielen Ländern der Erde verhungern Kinder, werden zur Zwangsarbeit gezwungen, sterben durch Seuchen oder bekommen keine Schulausbildung. Da ist es natürlich sehr wichtig, dass in Asien Kinder wichtige Lerninhalte im Fernsehen zu sehen bekommen. Ist die deutsche Fernsehkulturgut so gut...